Ich trage ja mein Herz auf der Zunge oder in den Fingern, wie immer man es nennen will, deshalb muss das jetzt raus um es ein für allemal und deutlich klar zu stellen :
Das wunderbare ZOS Wochenende wurde leider letztlich von einer Nachricht überschattet, die mich völlig „aus den Schuhen“ gehauen hat.
Aus dem letzten Wurf wurde eine Hündin kastriert, mit sieben Monaten! Man schneidet einem Kind den Bauch auf um ihm Organe zu entfernen! Ich fasse es nicht!
Etwas sachlicher : Ich bemühe mich nicht mit allem was ich an Möglichkeiten habe um die Zucht gesunder Hunde damit dann jemand so eine gravierende Operation bei einem noch nicht einmal ausgewachsenen Tier zulässt.
Ganz sachlich: eine routinemäßige Kastration missachtet § 6 des Tierschutzgesetzes, nach dem das Entfernen von Körperteilen verboten ist. Wer als Besitzer oder Tierarzt ohne medizinische Indikation (wie etwa eine Gebärmuttervereiterung oder Prostatatumore) eine Kastration durchführen lässt, handelt im rechtlichen Graubereich oder sogar dagegen.
Medizinisch ist eine Frühkastration sehr bedenklich wegen :
Wachstumsstörungen: Da die Geschlechtshormone den Verschluss der Wachstumsfugen steuern, können Hunde, die zu früh kastriert werden, unproportioniert wachsen, was das Risiko für HD (Hüftdysplasie) und Kreuzbandrisse deutlich erhöht.
Psychischer Instabilität: Hunde benötigen Sexualhormone für die mentale Reifung. Eine Frühkastration führt dazu, dass ein Hund in einem kindlich-ängstlichen oder unsicheren Stadium verharrt, was Verhaltensprobleme verstärkt.
Erhöhtes Risiko für Tumore und Inkontinenz:
eine zu frühe Kastration (bevor der Hund körperlich und psychisch ausgereift ist) kann zu massiven Problemen führen. Studien belegen, dass bestimmte Krebsarten und Harninkontinenz bei kastrierten Hunden häufiger auftreten (lt einer von mir an anderer Stelle veröffentlichen Metastudie nimmt das Krebsrisiko im Schnitt um das 4 fache zu)
Um es für die Zukunft unmissverständlich festzuhalten:
- Rechtlicher Vorrang: Das Tierschutzgesetz (Stand 2026) steht über jeder chirurgischen Bequemlichkeit. Eine Kastration ist eine Amputation und bedarf einer schweren medizinischen Begründung.
- Individuelle Gesundheit: Jedes Tier hat ein Recht auf seine intakten Hormone für die körperliche und psychische Entwicklung. Die Wissenschaft belegt heute klar, dass die hormonelle Steuerung für das Skelett, das Immunsystem und das Verhalten essenziell ist.
und um es mal auf die ganz menschliche Ebene runter zu holen? Würde ich meiner Tochter mit 10 Jahren eine Totaloperation zumuten wenn es nicht um Leben und Tod geht? Oder damit sie später (inzwischen widerlegt) keinen Brustkrebs bekommt? Wie sehr kann man das Vertrauen dieses Tieres missbrauchen, dass doch unser Freund sein soll und mir auf Gedeih und Verderben ausgeliefert ist? Und alles nur aus Bequemlichkeit heraus, weil mich die Umstände und die Flecken auf dem Boden nerven könnten? Wer nicht berreit ist das Tier als Ganzes mit Ecken und Kanten anzunehmen sollte sich keins anschaffen!
und ich stelle hiermit klar, dass ich nie nie nie wieder einen Hund aus der Hand gebe, wenn mir der Käufer nicht ausdrücklich versichert, dass eine Kastration vor dem dritten Lebensjahr unter allen Umständen ausgeschlossen ist sofern der Hund nicht ernsthaft erkrankt. Und dass es auch grundsätzlich nicht in Erwägung gezogen wird.
Dazu nochmal ein Zitat aus einem Artikel, den ich hier gerne auch als Ganzes verlinke und der Pflichtlektüre für jeden bewußten Hundekäufer werden sollte.
Es steht in keinem Verhältnis, die Gesundheit und das hormonelle System eines Tieres zu opfern, nur um eigene Fehlentscheidungen bei
der Rassewahl oder mangelnde Erziehung zu kompensieren.
Ein Hund ist ein Lebewesen mit Ecken und Kanten, kein Accessoire. Echte Liebe bedeutet, das Wesen des Hundes zu akzeptieren und ihn mit Sachverstand zu führen, statt ihn durch einen massiven Eingriff stumpf zu machen.
Hier der ganze Artikel: Wirklich lesenswert!
Über Kastration habe ich noch viel mehr geschrieben und bitte alle Interessenten es zu lesen bevor sie überhaupt bei mir anfragen.
Hallo Frau Pohl, auch ich bin diesem Thema beim Tierarzt schon begegnet. Nelson mein Pudel Rüde war vielleicht 1/2 Jahr (jetzt 5 1/2) als ich ihm zwecks Impfung etc. beim Tierarzt vorstellte. Nelson war sehr verspielt und sicher auch noch unsicher und ging dem Tierarzt an das Bein worauf der Tierarzt sagte, na nicht dass wir dich gleich zwangskastrieren müssen.
Auch bei meinen Hundespaziergängen erlebe ich leider Meinungen wie lass ihn doch kastrieren da ist er ruhiger.
Warum soll er ruhiger sein?
Ich meine, dass sich etliche Leute einen Hund anschaffen, weil es heutzutage dazu gehört und die sich gar nicht bewusst sind, dass dieser kleine Kerl ein Hundeleben braucht und kein Mensch ist.
Ich schaue gern in Ihre Kommentare liebe Frau Pohl und wünsche Ihnen trotzallem Ihre Leidenschaft für Pudel zu behalten, es sind so wunderbare fröhliche Tiere.
Herzlichen Gruß Christine Koslowsky
Ach Karin,
auch heute offenbar noch ein leidiges Thema.
Vor gut 20 Jahren fragte mich eine Tierärztin bei der zweiten Tollwutimpfung meiner Hündin Lotte, ob wir nicht gleich einen Termin zur Kastration vereinbaren wollten. ???????
Ich fiel aus allen Wolken und sie pries die Vorteile der Frühkastration vor der 1. Läufigkeit.
Das war damals allgemein gültige Lehrmeinung.
Der gesunde Menschenverstand hat mir verboten diesem Vorschlag (der mit viel Vehemenz vorgetragen wurde) zu folgen.
Inzwischen bestätigt die Datenlage meine damalige Entscheidung.
Die Natur experimentiert nicht und kein ’serienmäßig verbautes‘ gesundes Organ an Mensch oder Tier ist unnütz und
kann ohne häufig weitreichende Folgen entfernt werden.
Wenns dabei dann auch noch um hormonelle Abläufe geht wird es richtig heikel.
Hätte nicht gedacht das sich immer noch Tierärzte finden die aus Unwissenheit oder Profitsucht oder beidem, Frühkastrationen vornehmen oder noch schlimmer empfehlen.
Ohne Worte! Auch unser Balou ist kastriert, aber nicht als Welpe. Wir leben in der Nähe eines Ballungsgebiets Menschen wie Hunde! – und bei uns gab es gefühlt fast keine Gassirunde ohne luftigen Hündinnen zu begegnen. Balou kam nicht mehr zur Ruhe und stand im Dauerstress. Wir haben uns lange zu dritt (Hundesitter, Herrchen und Frauchen,) mit unserer langjährigen Tierärztin beraten. Haben dann weitere Monate abgewartet und dann mit einem 6Monatschip getestet, wie Balou klar kommt: Verhalten, evtl. Ängste ,Fressen, Gewicht, soziale Kontakte mit anderen Hunden, Aktivitäten, Fell,Haut etc beobachtet. Wir konnten nichts Negatives bei ihm feststellen. Dann haben wir die Kastration durchführen lassen. Alles ist gut verlaufen, aber dies ist eine reichliche überlegte Entscheidung gewesen. Davor hatte ich einen Stermix bis ins hohe Alter nicht kastrieren Rüden, der hatte allerdings mit 11 Jahren eine angeschwollen Prostata und es erfolgte eine Not-OP mit Kastration. 2015 sind wir mit Balou zuerst zu einem fußläufig erreichbaren Tierarzt gegangen. Die Überlegungen im Notfall sofort dort zu sein, haben wir nach dem ersten Besuch dort sofort als nicht so wichtig eingestuft. Denn der Arzt fragte direkt beim Impfen des Welpen, ob der denn auch schon kastriert sei. Wir waren sehr erschrocken! Als wir dazu eindrücklich unsere Meinung sagten, wurde mit „Angst machen“ argumentiert. Wir haben die Praxis nicht mehr betreten. Und darum gebeten unsere Daten zu löschen. Zuerst kamen noch Erinnerungen zwecks Impfung per Post. Später verbunden mit einem 10%Gutschein für den Futtershop der Praxis. Eine echte Geldmascinerie an der Fuhlsbüttler Straße. Gerne nehmen wir die schlechte Parkplatzsituation und die Entfernung zu unserer Frau Dr. Walter hin. Seit mehreren Jahrzehnten toll und ein guter Ratgeber auch bei schwierigen Entscheidungen.
Liebe Frau Pohl
Sie schreiben mir aus dem Herzen!
Unser Gino ist nun 3 Jahre alt geworden und hat schon manche Phase durchgemacht, in der er wegen all der tollen Spuren läufiger Weibchen so aus dem Häuschen war, dass wir uns ab und zu gefragt haben, wie stark er darunter leidet. Es ist eine Frage der Geduld und des Umgangs in solchen Situationen. Mit jeder heissen Phase ist es besser geworden. Wir müssen wie Sie schreiben nicht primär auf unser Bedürfnis eingehen sondern uns selbst zurücknehmen. Wer das tut wird mit einer schönen Freundschaft und einmaligen Partnerschaft mit seinem Hund belohnt.
Liebe Grüsse
Manuel Maranta
Zum Thema „Leiden“ habe ich mal was geschrieben unter dem Button „Zucht“ und dann runterscrollen über den Rüden im Züchterrudel
Puh, mit 7 Monaten, nicht mal ein Teenie, mir fehlen die Worte. Was ist das für ein uninformierter Tierarzt? Ich kann mir so gut vorstellen, wie verletzt und enttäuscht Du da sein musst.
Wer mit den 2 Läufigkeiten im Jahr nicht klar kommt, sollte sich viell. besser keine Hündin anschaffen, vorher informieren ist immer hilfreich (ohne zu wissen, welcher Grund hier vorgelegen haben könnte – mir fällt irgendwie keine Relevanz ein, außer viell. eine Erkrankung/Infektion des Uterus bei der Hündin).
Liebe Grüße, Anja mit Quixi und Naila
Liebe Frau Pohl,
sehr schade, dass die neuen Pudeleltern das in sie gesetzte Vertrauen missbraucht haben. Bleibt zu hoffen, dass es der kleinen Hündin keinen Schaden in ihrer weiteren Entwicklung verursacht.
Liebe Grüße Sabine Stockschläder
Liebe Frau Pohl,
es tut mir sehr sehr leid für Sie und vorallem für die kleine Hündin, deren Leben jetzt ein ganz anderes sein wird. Ich bin wirklich schockiert, dass man in der Lage ist ohne Grund so ein vertrauensvolles, kleines Wesen so zu verstümmeln.
Im vergangenen Jahr musste ich meine 4jährige Großpudelhündin am Mammakarzinom operieren lassen und das war ein traumatisches Erlebnis für uns beide. Sie kam völlig verstört aus dem OP und hat danach in meinem Arm 8 Std lang gewinselt. Sie wäre auch fast mit 9 Monaten schon operiert worden, weil sie eine Gebährmutterentzündung hatte, aber damals haben wir alles daran gesetzt sie konservativ zu behandeln. Meine Tierärztin wollte diese OP auf jeden Fall vermeiden.
In meiner Nachbarschaft gassiert auch dieser Frühkastrationsvirus, weil es praktisch ist und man sich alles anstrengende vom Leib halten will. Die Menschen haben sich nach meiner Ansicht in erschreckendem Maße von der Natur und dem Mitgefühl für andere Lebewesen entfernt. Wirklich traurig!
Vor Jahren hätte ich gerne einen Hund aus Ihrer Zucht adoptiert, aber ich habe mich nie getraut anzufragen, weil ich alleinstehend bin und Sie das ausgeschlossen haben. Sie achten so sorgfältig auf die Auswahl Ihrer Hundekäufer, umso erschreckender, dass dies einem Ihrer Welpen passiert ist.
Herzliche Grüße,
Tanja
Antwort von Karin : Hallo Tanja , ich habe viele Hunde an Alleinstehende verkauft. Aber die haben immer auch einen Plan B, das ist Bedingung, Familie oder Freunde als Backup für Notfälle. Ansonsten wäre sowohl Anschaffung als auch Abgabe unverantwortlich.
Jetzt muss ich auch dazu was sagen. Leider haben sie mir damals keinen Welpen anvertraut ich habe mir dann eine Hündin aus eine anderen Zucht geholt, bin zufrieden.
Immer wieder muss ich meine Meinung verteidigen, ganz viele Besitzer sind immer noch der Meinung dass die Hündin, und auch Rüden möglichst früh kastriert werden soll. Damit….. Ruhiger, keine Blutungen und kein Krebs!!
Was können wir tun um noch mehr aufzuklären?
PS, ich folge immer noch ihre Berichte (seid 2016) vielleicht klappt es ja beim nächsten Pudel!?
Liebe Grüße Kaisa Duus
Antwort von Karin : Hallo, das ist ja lange her und bitte verzeihen Sie dass ich mich nicht erinnere woran es gelegen hat. Aber ich habe nunmal mindestens fünfmal soviel Anfragen wie Hunde und irgendwie muss ich auswählen. Aber- wie man am obigen Beispiel sieht- mache ich dabei Fehler. Was wohl nicht zu vermeiden ist.
Da redet man sich den Mund fusselig und es wird trotzdem immer noch viel zu früh und ohne medizinische Indikation kastriert… ich kann Ihren Ärger und die Enttäuschung absolut nachempfinden.
Das ist ja nicht zu fassen. Warum tut man seiner Hündin das an – mit nur sieben Monaten? Und warum macht der Tierarzt da mit? Frühkastrationen sind in Deutschland doch unüblich. Das macht mich sehr traurig. Ohne medizinische Indikation käme so etwas für uns nicht infrage. Ich hoffe, dass es der kleinen Hündin dennoch gut geht und sie von den sämtlichen möglichen „Nebenwirkungen“ weitestgehend verschont bleibt.
Liebe Grüße
Simone
Liebe Frau Pohl, oh wie schrecklich und grausam . Da ist das schlimmste passiert , was man sich nicht im schlimmsten Traum vorstellt . Und das ist eines ihrer Babys ,dass sie dachten in liebevolle Hände zu geben . Was für eine Täuschung der Menschen . Einfach nur grausam .
Liebe Karin, schlimm genug, dass man Freigänger-Katzen kastrieren muss, aber bei Hunden, die man bei sich hat und aufschauen kann, dass nichts passiert, noch dazu bei einem so jungen, verstehe ich nicht. Manche Tierärzte…. unglaublich! In den USA wird das soweit ich weiß auch routinemäßig gemacht – Verwandte von uns haben es glaub ich ziemlich bereut.
Ich verstehe nicht, warum sie nicht bei dir um Rat gefragt haben. Schade!!
Viele Grüße, Christiane
Liebe Karin
Ich kann mir deine Fassungslosigkeit sehr gut vorstellen. Wenn es , wie ich den Bericht gelesen habe KEINE medizinische Indikation gab , dann ist es vielleicht eine Option sich an Tierärztekammer zu wenden? Mich würde dazu interessieren, was die Hundeeltern dazu veranlasst hat.? Ich will denen nicht unterstellen, dass es aus deren Sicht nicht Gründe dafür gegeben hat, es hält sich leider immer noch hartnäckig das Gerücht , Kastration VOR der 1.Läufigkeit schützt vor ( Mamma ) Krebs. Absolute Empfehlung für diejenigen, die mehr wissen wollen. Das Buch von Sophie Strodtbeck : Kastration und Verhalten ( gerne das neuere Buch , das sie alleine geschrieben hat)
Herzliche Grüße Ute
Das ist ja furchtbar. Welcher Tierarzt macht denn heute noch sowas? Und warum informieren sich die Besitzer nicht vor so einem massiven Eingriff? Soviel Gedankenlosigkeit ist mir unverständlich!
Grüße von Mechtild (unbekannterweise)
Genau! Aufgrund unserer eigenen Erfahrung mit Mena können wir bestätigen, dass ungefähr mit dem 3. Geburtstag auch die mentale Reifung weit fortgeschritten, ev. ganz vollendet ist. Sie ist ruhiger und „vernünftiger“ geworden, gehorcht unabhängig vom Gruppentraining in der Hundeschule, viel besser und haut nicht mehr impulsiv nach Katze, Krähe und Reiher jagend, einfach so ab. Und wenn schon, kehrt sie nach einem rasanten Spurt von selber zu uns zurück. Hallelujah, was lange währt wird endlich gut. Wir werden Mena nicht kastrieren lassen, die knapp drei Wochen Läufigkeit sind für uns gut zu bewältigen, kein Thema.
Liebe Frau Pohl, es tut mir so Leid und ich kann Ihren Schmerz so nachvollziehen. Das widerspricht Allem, wofür Ihre Zucht steht.