Theos Tagebuch
Ausbildung zum Diabetiker-Warnhund

31.10.2011

ZUM GLÜCK GIBT'S THEO !

Dieser Satz soll das offizielle Ende von Theos Ausbildung überschreiben!
Theo ist jetzt 18 Monate alt, man merkt ihm an, dass er erwachsen geworden ist. Zuverlässig und zielstrebig erledigt er seine Aufgaben.
Er hat Angelika gezeigt, dass ihre Insulinpumpe defekt war. und später brachte eine kontinuierliche  Glukosemessung, bei der sogar Auf- und Abwärtstendenzen des Blutzuckers angezeigt wurden - es an den Tag, dass der Hund oft auch falsch eingeschätzt wurde. In Wirklichkeit ist es so, dass er bereits die Tendenzen anzeigt und nicht erst die Hypoglykämie, also viel mehr als wir uns je zu hoffen gewagt haben. Seine Notfalltasche sucht und apportiert er auch in fremder Umgebung, durch fremde Hunde und eine Menschenmenge hindurch, ohne sein Ziel je aus den Augen zu verlieren. Er hat sie auch schon unaufgefordert gebracht als er die Unterzuckerung seiner "Schutzbefohlenen" spürte. Man kann sagen, er hat das Klassenziel erreicht und es wird nur noch immer besser werden das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund und das gegenseitige Verstehen und Erkennen der Signale. Theo und Angelika machen vielen anderen Mut, die inzwischen die Ausbildung begonnen haben und bei den beiden sehen können, dass es und wie es funktioniert. Auf unserem letzten Diabetikertreffen hat man es deutlich spüren können, wie begeistert auch die wissensdurstigen Zuschauer waren.

 

Liebe LeserInnen
Ich möchte mich bei Uschi Loth, Karin Pohl, meinem Mann  Wolfgang Hurtz und allen Teams, die in der Ausbildung zum Diabetikerschutzhund sind, für ihre Begleitung und Unterstützung herzlich bedanken.
Allen Teams wünsche ich Liebe, Geduld und Erfolg, zusammen werden es alle schaffen!
Ich freue mich sehr über die erfolgreiche Ausbildung. Es ist ein großes Glück, Theo als Begleiter zu haben.
Mir liegt es am Herzen, an dieser Stelle noch einmal darauf hinzuweisen, dass ein solcher Hund keine Lebensversicherung ist. Er ist ein Lebewesen und kein technisches Gerät.  Diabetiker müssen das Management ihrer Krankheit weiterhin selbst übernehmen und sollten ihren Hund auch lieben, wenn der mal einen schlechten Tag hat.

Mit herzlichen Grüßen
Angelika Schadnik

Als Laie in Bezug auf diese Erkrankung möchte ich allerdings noch hinzufügen, dass auch technische Geräte keine Lebensversicherung sind, wie man an der defekten Insulinpumpe deutlich sehen konnte. Es ist sicher immer im Leben gut, mehrere "Versicherungen" zu haben, falls die eine mal ausfällt.Und wenn so eine Versicherung dann auch noch ein guter Freund und Lebensgefährte ist - umso besser.

auch ich grüße herzlich jeden, der sich für Theos Geschichte interessiert und deshalb hier zu Gast ist
Karin Pohl

11.5.2011

Ich muss heute mal etwas los werden, was mich einfach ärgert. Und wo sonst als hier darf ich meinem Ärger Luft machen.
Die Hypo- und Diabetikerhundeausbilder schießen wie Pilze aus dem Boden, was alleine ja nicht schlimm ist. Schlimm sind aber die Versprechungen die ich fast überall lese, dass man nämlich mit einer bestandenen Prüfung (die auch noch oft der Ausbilder selbst abhält) das Recht erwirbt, seinen Hund überallhin mit zu nehmen.
Das ist falsch !
Ob wissentlich oder einfach aus Unkenntnis mit diesen Versprechungen geworben wird, will ich nicht entscheiden. Als Beispiel muss dann immer der Blindenführhund herhalten. So habe ich dort begonnen zu recherchieren, wo man sich mit diesen Hunden auskennt. Beim DBSV dem Deutschen Blinden und Sehbehinderten Verband. Es bestätigte sich, dass noch nicht einmal der Blindenführhund einen Rechtsanspruch auf Mitnahme hat, denn das ist gar nicht möglich, da das Hausrecht eines jeden Einzelnen darüber steht. Es wird zwar toleriert, manchmal auch aus Unwissenheit oder aus Kulanz einem Behinderten gegenüber, aber einen Rechtsanspruch gibt es definitiv nicht. Außerdem ist nach Auskunft des BHV (Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen) die anerkannte Prüfung an einen Schwerbehindertenausweis gebunden und auch den haben nur die wenigsten Diabetiker.

Wer also eine Ausbildung unter falscher Voraussetzung an eine teure Prüfung koppelt, die hinterher von keinem rechtlichen Nutzen ist, handelt in meinen Augen unseriös. Alerdings machen die meisten Trainer auch nur eine selbstgebastelte Prüfung, nach neueste Nachrichten gibt es jetzt sogar Hundetrainer die behaupten, man müsse diese Prüfung auch noch jährlich wiederholen. Das ist in meinen Augen reine Geldmacherei !
Sollte mich jemand vom Gegenteil überzeugen, bin ich gerne bereit meine Aussagen zu korrigieren.

Trotzdem ist klar, eine gute Grundausbildung ist immer von Nutzen für den Alltag und das positive Auftreten in der Öffentlichkeit. Je besser der Gehorsam des Hundes umso mehr Freiheiten genießt er und umso besser kann er seine Arbeit machen. Unsere Hundetrainerin Uschi Loth im Hundezentrum Siegerland macht eine Spitzenausbildung , auf jeden einzeln zugeschnitten, mal als Urlaubs-Trainingswoche oder auch als Intensiv-Wochenende für die von weit her Anreisenden, für die aus der näheren Umgebung natürlich auch wöchentlich, das alles zu äußerst moderaten Preisen und ohne jegliche Verpflichtung im Voraus.
Und wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht sage um schnöde Werbung zu machen sondern weil ich von der Arbeit, die dort geleistet wird und von der Qualität felsenfest überzeugt bin. Und auch davon, dass es wichtig ist, den vielen Diabetikern, die von der Ausbildung ihres Hundes träumen, diesen Traum nicht durch immense Geldforderungen platzen zu lassen.

07./08. April 2011

das Medieninteresse wächst!

Nachdem bereits vor vierzehn Tagen ein Kamerateam im Hundezentrum war, um Vorgespräche zu führen und einen Einspieler zu drehen, fuhren Uschi, Angelika und Theo mit Anhang (Wolfgang und meine Wenigkeit) nach Weimar um in der Talkshow "Unter uns" des MDR zu Gast zu sein. Es hat an nichts gefehlt, super Organisation, super Verpflegung, tolles Hotel und wirklich nur nette Menschen rund um das Team von Axel Bulthaupt und Griseldis Wenner haben die zwei Tage zu einem tollen Erlebnis werden lassen. An dieser Stelle einen großen Dank dafür!

Gegenüber vom Hotel liegt der Goethepark und ich habe die Gelegenheit genutzt mit Theo einen großen Spaziergang zu machen, während Uschi und Angelika vor ihrem Auftritt entspannten.

In Weimar möchte ich Student sein, so schön ist alleine dieser Park. Unten am Fluß saßen zwei Geigenspieler und spielten romantische Melodien während überall auf den Wiesen die Menschen den schönen warmen Tag genossen. Auf dem Bild links ist Goethes Gartenhaus zu sehen- so stand es auf dem Schild.


Um siebzehn Uhr fuhr uns ein Taxi in den Felsenkeller, eine alte Brauereistube dient als Studio.

 

Bei den Proben durfte ich noch ein Foto machen, links der Stammtisch mit den Talkgästen und rechts unten liegt völlig entspannt mitten im Trubel der tolle Theo! Er mußte mit, um einmal demonstrativ die Klingel zu drücken, wobei jeder Hundekenner weiß, dass diese Sache alleine keine große Trainingsleistung darstellt. Aber das Fernsehen braucht halt "Effekte". Wir hingegen waren sehr stolz auf seine Ruhe während der ganzen sechs Stunden - ein viel wichtigerer Beweis für seine gute Ausbildung.

Für uns leider war die Sprechzeit für Uschi viel zu kurz, es wäre noch soviel Wichtiges, was dazugehört hätte. Aber- das muss man hinnehmen, die Fragen waren viel zu gezielt um Spielraum zu lassen für das, was man selber für wichtig gehalten hätte. Uschi und Angelika haben ihre Sache aber sehr gut gemacht und ich war froh, dass ich nur im Publikum saß.
Wer es selber sehen möchte, die Talkshow wird am 22.4. ausgestrahlt- das ist Karfreitag. Desalb wurde es auch ausnahmsweise aufgezeichnet.

 

04.02.2011

Wieder mal habe ich eine der seltener werdenden Ausbildungsstunden von Theo besucht. Je älter der Hund wird umso größer kann man die Abstände gestalten.
Die Erfolgsmeldungen häufen sich. Immer öfter verweist Theo den Hypogeruch ohne darauf vorbereitet zu sein, er ist voller Begeisterung bei der Sache, immer motiviert . Mehr und mehr fängt er an, Angelikas Mund zur Kontrolle abzuschnüffeln und einmal hat er, während Sie das Bad putzte, ganz klar gepfötelt und sie auf ihre Unterzuckerung hingewiesen. Eine schnelle Messung ergab, dass er Recht hatte, und er hat den geistesgegenwärtig schnell gebrachten Alarmknopf auch noch gedrückt.

Den Rucksack mit der Notfalltasche habe ich diesmal in seiner Abwesenheit schwierig versteckt am anderen Ende des großen Seminarraumes. Er wird darauf trainiert diesen immer und überall zu finden und die Tasche aus dem Seitenfach zu ziehen und Frauchen zu bringen. Da sie auch Vorlesungen hält, hat sie das sogar schon im gefüllten Hörsaal getestet. Die Studenten hätten einen Riesenspaß dabei. (und ich freue mich über viele junge Menschen, die ein ganz anderes Pudelbild vermittelt bekommen )
Ich habe ja gewußt, dass sie es können, dennoch sind diese Berichte für mich sehr emotionale Momente, ich bin richtig stolz auf "mein" Kind. Und auf Angelika und Wolfgang, denn zu dieser Ausbildung gehören unbedingt beide Seiten, der Hund lernt nichts ohne die korrekte Anleitung durch seine Menschen. Und hier liegt wohl auch das größte Problem bei der Diabetiker- Warnhund- Ausbildung. Man muss Hunde und Menschen ausbilden. Und nur, wenn das Team gut ist kommt auch der Erfolg! Daher braucht man auch einen Trainer, der mit Menschen mindestens genauso gut und einfühlsam arbeitet wie mit den Hunden. Und wir haben das große Glück mit Uschi Loth vom Hundezentrum Siegerland so jemanden zu haben.

22.01.2011

an diesem Wochenende war das erste Treffen der Hunde und Menschen, die gemeinsam im Hundezentrum ausgebildet werden, zu dem wir auch andere Interessierte eingeladen haben und tatsächlich haben einige, auch mit ihren Hunden , diese Möglichkeit zur sachlichen Information wahr genommen.

wir begannen mit einer gemütlichen Kennenlernrunde durch das riesige freie Gelände des HzS

 

während der Vorträge machten die Hunde unter den Tischen damit weiter...

Für die Kinder, die uns besonders am Herzen liegen, zauberte und jonglierte Wolfgang gekonnt.

und Theo zeigte -wie die anderen Hunde in Ausbildung auch -dass er auch in dieser ungewöhnlichen Situation seinen Job macht

Ich habe diesen Tag als sehr gelungen empfunden und die positiven Rückmeldungen bestätigen dies. Wir werden in Zukunft öfter solche Seminartage einlegen, die neben dem Lernen auch dem Austausch dienen

10.01.2011

das ZDF strahlte den zweiten Teil von Theos Geschichte aus. (Link zur Mediathek)Ich fand es sehr gelungen zeigte es doch, das Theo bereits für sein Alter viel leistet, diese Leistung aber weder konstant noch absolut zuverlässig bringt. Er hat auch Angelika schon nachts geweckt, aber nichts liegt uns ferner als daraus bereits eine populäre Erfolgsmeldung zu stricken. Er ist und bleibt ein junger Hund , dessen Entwicklung und Ausbildung nicht gerade bergauf geht sondern wie immer durch Wellen und Täler.
Was mir an der Arbeit von Uschi und Angelika so gut gefällt ist das offene, ergebnisorientierte. Wir würden uns so sehr wünschen, mit anderen, die im gleichen Bereich arbeiten, Austausch zu haben, gegenseitig von gemachten Erfahrungen zu profitieren und offen über Probleme und Erfolgerlebnisse sprechen zu können. Aber keiner von denen, die sich mit der Thematik befassen, reagiert, nicht auf telefonische Anfragen noch auf Emails, jeder scheint sein Süppchen für sich zu kochen und Angst davor zu haben, sich etwas zu vergeben, wenn er kooperiert. Schön wäre es, alles Wissen zusammen zu tragen und in den Dienst der Sache zu stellen. Es geht doch nicht um Kommerz sondern um Hilfe für kranke Menschen !

26.09.

Theo der Wunderknabe...

könnte man als Überschrift wählen, so ungeheuer beeindruckend sind sein Fortschritte. Er hat inzwischen über den Pfoten -Tipp gelernt eine elektrische Funk-Glocke zu betätigen, mit der er im Ernstfall Alarm schlagen kann. Der große Lernschritt geht über das Erkennen des Geruchs und seine damit fest verbundene Reaktion, nämlich ohne weitere Anweisung den Alarmknopf zu drücken. Dieser kleine Junge ist 6 Monate alt und arbeitet im großen Zelt, erkennt den Hypogeruch wo vor einer Stunde noch 20 Welpen ihr "Unwesen" trieben und läßt sich auch durch die ungewohnte Athmosphäre nicht ablenken. Hier haben Trainerin und Besitzer tolle Arbeit geleistet und ich kann als Züchter und stiller Beobachter nur staunend gratulieren.

Die Aufgabe, eine Tasche aus dem Rucksack zu ziehen steht auch noch auf der Liste, wobei er hier lernen muß, sich nicht damit aus dem Staub zu machen sondern sie Frauchen in den Schoß zu legen, es wäre schließlich möglich, dass ihr bei einer Unterzuckerung so übel ist, dass sie nicht aufstehen kann.

Ein kleines Mädchen und seine Familie mit einem jungen Springerspaniel haben sich unserer Gruppe angeschlossen und bei einem Treffen am vergangenen Sonntag zeigten auch sie schon erstaunliche Ergebnisse. Wir dokumentieren die Fortschritte im Video und werden im Januar ein Informationswochenende veranstalten zu dem wir jeden Interessierten herzlich einladen. Wir werden zeigen was wir erreicht haben und Fachleute zu dem Thema hören genauso wie es unterhaltsame Vorführungen und lustige Spiele rund um den Hund für die Kinder geben wird.

 

18.07.

Unsere Dienstags-Treffen beginnen meist mit wildem Spiel wenn die Geschwister und Socke Wiedersehen feiern. Han Solo ist oft anwesend und seine Lebensgefährtin Milka, eine kleine Cairnterrier Mischlingshündin.Wenn diese kleinen Wilden aufeinandertreffen geht es immer heiß her.

 

Trotzdem - den Ernst des Lebens und das Ziel der Ausbildung wollen wir natürlich nicht aus den Augen lassen

Die Übungsstunde beginnt mit fröhlichem Suchen seiner "Gela" , auch in diesem, für ihn fremden Raum, schnüffelt er durch alle Ecken um seinen Lieblingsgeruch zu finden. Es ist wichtig, ihm dabei nicht zu helfen, jedesmal wenn er fragend auf Frauchen schaut muß diese wegschauen und ihn sofort loben wenn er sich schnobernd wieder auf die Suche macht. Nur so wird er lernen selbständig zu arbeiten und zu reagieren. Dieses Team macht das schon richtig gut und es ist immer wieder erstaunlich was bereits so ein Welpe lernen kann.

 

 

 

Erst in der vorigen Stunde begonnen funktioniert das "Tip" schon nahezu perfekt. Hierbei soll der Hund lernen, die kleine Scheibe mit der Pfote zu berühren um später einen Alarmknopf drücken zu können. Zunächst belohnt man jede zufällige Berührung der Scheibe um bereits nach kurzer Zeit zu erreichen, dass Theo eifrig hinflitzt egal wo man sie auslegt. Wie ich ja von Socke weiß, macht das allen Hunden viel Spaß.

Neu in dieser Stunde war die Aufgabe, dass Theo etwas aus der Seitentasche des Rucksacks ziehen soll, um es Angelika zu bringen. Später wird dort das Notfalltäschchen mit Spritzbesteck, Saftflasche oder Traubenzucker drin sein. Und da sie diesen Rucksack immer dabei hat ist es sinnvoll ihn darauf zu konditionieren. Denn Ihre berufliche Tätigkeit bringt es mit sich, dass sie ständig unterwegs ist und natürlich soll der kleine Hund immer dabei sein.

Wir beginnen die Übung mit einem Futterbeutel aus dem Theo dann zur Belohnung gefüttert wird - klar- blitzschnell hat er so kapiert was wir von ihm wollen. Mit sienem Arbeitseifer beweist er immer wieder, dass wir den Richtigen ausgesucht haben.

Wir haben jetzt erfreulicherweise noch einen jungen Berner der für sein Herrchen, einen 14jährigen Jungen, ausgebildet werden soll. Auch hier sieht man ein hoffnungsvolles Team und es ist schön zu zweit zu sein und sich austauschen zu können. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Diabetiker mit ihrem Hund dieses Angebot wahrnehmen würden. Neben der Hoffnung, dass der Hund wirklich Leben retten könnte, kann eine solide Grundausbildung keinem Hund schaden, denn Dinge wie ordentliches Verhalten, Sitz, Platz und Leine laufen, ruhiger Kontakt zu fremden Hunden und Menschen, lernt man hier so ganz nebenbei. Und jedem ist es frei gelassen auszusteigen wann immer er sein persönliches Ziel erreicht glaubt. Es gibt keine festen Kurse, die man buchen muß, sondern man kann einfach mitmachen !

 

Liebe BesucherInnen und Besucher der Glückspudelseite von Karin Pohl

Ich freue mich sehr, dass Uschi Loth und Karin Pohl mit mir unseren Glückspudel Theo zum Diabetikerschutzhund ausbilden.
Einmal in der Woche treffen wir uns für eine Stunde im Hundezentrum, die gezeigten Übungen übe ich dann mit Theo täglich zu Hause.
Vom Aufbau einer engen Beziehung zwischen Hund und Frauchen, über die Konditionierung auf meinen individuellen Körpergeruch während einer Hypoglykämie , bis hin zu einem auf meine Lebensumstände maßgeschneiderten Hilfsprogramm ist die Ausbildung  sinnvoll und kompetent strukturiert.

Das Pudel intelligent sind und gerne lernen hat Socke ja schon hinreichend bewiesen.

Ich bin gespannt wie Theo sich diesbezüglich  entwickelt, die Anfänge sind schon einmal viel versprechend. An erster Stelle soll Theo aber ein Teil unserer Familie sein, ein Hund mit dem wir Spaß und Freude haben, einer der uns in Bewegung bringt und uns bei der Sinnsuche hilft.
Tatsächlich bewirkt das Mehr an Bewegung bereits eine leichte Verbesserung der Blutzucker- Werte.

Ungewöhnlich ist die Einstellung von Uschi und Karin, es geht nicht darum Ausbildungsmethoden oder Ziele unter Verschluss zu halten und zu kommerzialisieren. Beide sind für Offenheit und Austausch und stellen sich in den Dienst der Sache. Dazu kommt die  überaus moderate Summe von ca. 1.500 Euro für die 1,5 Jahre Ausbildung. Dafür verzichte ich gerne einmal auf den einen oder anderen Urlaub oder auf  ähnliches.

Diese Ausbildung erfolgt unter optimalen Bedingungen, ein gesunder unter besten Bedingungen aufgewachsener Welpe, der in einem Welpentest bewiesen hat, dass er ein Nasenhund ist.
Spannend wäre es, wenn auch Hunde die  nicht unter so optimalen Bedingungen aufgewachsen sind ausgebildet würden
Ich würde mich freuen, wenn wir bei anderen Diabetikern Interesse an dieser Ausbildung wecken könnten.

Gerade auch für Kinder scheint sie mir sehr geeignet.

Natürlich will ich nicht verschweigen, dass ein junger Welpe sehr viel Arbeit macht und wir manchmal auch an unsere Grenzen z.B. in Bezug auf die Erziehung stoßen.
Es ist gar nicht so einfach im Kontakt mit dem Hund klar und eindeutig zu sein. Da hilft uns die Welpenschule sehr. Zu einen  um dort kompetente  Rückmeldungen in Bezug auf unser Verhalten zu bekommen und zum anderen um sich mit anderen  „manchmal verzweifelten“ Welpenbesitzern auszutauschen

Jetzt schiebt sich ein sehr glücklicher Glückspudel in mein Büro, bis zum Bauch voll mit Gartenerde, er erobert sich einen Platz auf meinem Schoß, legt seine matschnasse Schnauze auf meine helle Hose, seufzt zufrieden und macht ein Nickerchen.

Mit herzlichen Grüßen

Angelika Schadnik

22.06.

Es mag seltsam anmuten, aber gleich zu Beginn einer Ausbildung ist das Wort "Pause" eine der wichtigsten Übungen die so ein kleines Kerlchen lernen muß. Sich entspannen, wenn gerade nichts gemacht wird, und Frauchen sich vielleicht nur mal unterhalten möchte. Und sichtlich ist es auch das, was ihm am schwersten fällt- Action ist Theo viel lieber. Und so müssen alle Anwesenden lernen, den Hund jetzt zu ignorieren, auch wenn er mit allen Mitteln, die so einem süßen Welpen zur Verfügung stehen, versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wenn er sich irgendwann hinlegt, tief seufzt, nach dem Motto "dann eben nicht" ist das Ziel erreicht. Nichts ist schöner, als später einen Hund zu haben, der sich einfach entspannt hinlegt, wenn er nicht dran ist und ruhig abwarten kann.

 

15.06.

Theos zweite Unterrichtsstunde wurde bereits wieder von den Medien begleitet, diesmal war es eine Reporterin vom Radio, die mit gezielten und interessierten Fragen die Konditionierung des kleinen Hundes auf den Unterzuckerungsgeruch begleitete.(klick auf das Bild)
Ein T-Shirt, das Angelika während einer Unterzuckerung getragen hat, wurde dazu in kleine Stücke geschnitten und in gut versiegelten Tüten untergebracht. Eines dieser Stückchen wird nun benutzt um den Hund nach ZOS-Art (so werden auch Drogenspürhunde ausgebildet) auf den Geruch zu konditionieren.
Den Geruch hat Uschi mit Gela benannt und nun gilt es "Such Gela" und jedesmal wird die Belohnung am Geruch gefüttert so dass beides im Hundehirn positiv verknüpft wird. Das Ziel ist es, dass "Gela" der tollste Geruch der Welt wird, für den der Hund alles andere stehen und liegen läßt. Gute ZOS-Hunde gehen sogar an ausgelegten Würstchen vorbei um "ihren" Geruch zu suchen, der manchmal nur eine Büroklammer ist.

und nachher waren wir noch zur Entspannung im Teich des Hundezentrums baden. Hier bewies Theo dass er keine Probleme mit Wasser hat. Nur selten sah ich einen Welpen der so unbekümmert hineinging und voller Spaß mit den Pfoten plantschte.

03.06.2010

Die erste Ausbildungsstunde bestand naturgemäß aus den vielen grundsätzlichen Fragen die das Leben mit so einem neuen Hausgenossen aufwirft. Angelika muß auch ihre persönlichen Ziele definieren, denn man kann so eine Ausbildung nicht generalisieren, sondern sie muß mit dem Besitzer abgeklärt werden. Nicht jeder benötigt einen komplett ausgebildeten Assistenzhund, aber es ist ganz wichtig von vornherein zu definieren, was der Hund tun soll, wenn er Unterzuckerung wittert. Bellen, kratzen(nerven) oder einen Alarmknopf betätigen. Bellen wäre natürlich das einfachste, aber wir fanden gemeinsam, dass es nicht ratsam ist, das zu fördern. Außerdem wird ein Hund auch gelegentlich aus anderen Anlässen bellen und jedesmal würde man erschrecken? Das Kratzen mit der Pfote wäre ihr am liebsten, Theo soll "gewaltig nerven" damit sie auch dann reagiert, wenn sie im Gespräch ist oder mitten in der Arbeit steckt. Als Zusatz wäre es dann natürlich schön, wenn er ihr Traubenzucker oder Saft bringen würde.

25.05.2010

Angelika und Theo am Tage seiner Abholung. Das ZDF war dabei und sie haben eine runde und informative Reportage über den das Thema gezeigt. Hier der Link bei Youtube ist es immer noch zu sehen.

Theo wurde sorgfältig ausgewählt, die Welpentests nach Jan Nijboer, durchgeführt von Uschi Loth,(Hundezentrum Siegerland) (beschrieben im Welpentagebuch des H-Wurfes)und auch meine Beobachtungen als Züchter wiesen so eindeutig auf ihn, dass keine Zweifel über seine Eignung blieben. Nun sind wir alle gespannt ob und wie es Theo ( und uns) gelingt, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

impressum