
Leider habe ich nicht für jeden Interessenten einen Welpen. Das ist rein mengenmäßig nicht machbar.
Deshalb wird mir immer wieder die Frage gestellt, wie man denn einen guten Züchter findet und ich habe mal intensiv über diese schwierige Frage nachgedacht.
Zuerst möchte ich zitieren, „Ein guter Züchter ist, wer gute Hunde züchtet“
Aber das steht ja nicht alleine und an irgendwas will man sich orientieren
Beginnen möchte ich damit, dass es nicht wichtig ist, wie sich der Züchter selber beschreibt, Papier, Anzeigen und auch Homepages sind sehr geduldig. Allerdings ist das Schalten von Anzeigen immer auch ein Zeichen dass zuviel und „auf Halde“ gezüchtet wird.
Auch der sogenannte Paragrah 11 ist kein Qualitätsmerkmal sondern die Erlaubnis für gewerbsmäßige Zucht vom Veterinäramt.
Aber man kann beim sorgfältigen Lesen einer Homepage oder eines anderen Internetauftrittes schon erkennen, wo die Prioritäten eines Züchters liegen.
Co-owner, rent-a-dog, oder anders genannte Leihhündinnen sind auch so ein Mogelpaket. Die Hündin wird verkauft- meist günstiger- und kommt nur zum Werfen zum Züchter zurück. Man muss sich das mal vorstellen, in der sensibelsten Phase seines Lebens muss der Hund in einer fremden Umgebung mit nicht vertrauten Menschen seine Welpen zur Welt bringen. (Und nein, es ändert nichts, dass die Hündin dort geboren wurde. Hat sie nicht regelmäßig alle halbe Jahre mindestens längeren Kontakt ist das definitiv nicht mehr ihr Rudel) Positiv wird es begründet mit dem Fortschritt in der Zucht (wohin,warum?) aber böse gesagt ist es das Auslagern der Kosten und Umstände und nur den Nutzen daraus ziehen. Man muss sich weder im Alltag noch im Alter (wo es teuer wird) um den Hund kümmern und kann nur die Welpen verkaufen.

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Natürlich kann jeder halbwegs intelligente Mensch das, was er tut, öffentlich scheinbar logisch begründen. Gerade in letzter Zeit beobachte ich Seiten, die sehr exklusiv und edel daher kommen. Davon soll man sich nicht blenden lassen, ein schönes Logo und ein nichtssagender Stempel bedeuten schlichtweg gar nichts. Und leider ist auch ein hoher Preis keinerlei Garantie dafür, dass es sich um Seriosität und gesunde Hunde handelt. Hochtrabende Texte voller Perfektionismus schreibt einem die KI. So strotzen manche Anzeigen bei Kleinanzeigen vor Superlativen.
Die Gesundheit sollte immer im Vordergrund stehen, nicht die ausgefallene Farbe oder die tolle (Doodle) Mischung! Hier muss man dem Züchter unterstellen dass er andere Kriterien zurückstellt, damit die Welpen besonders bunt und/oder exklusiv sind. Auch die Vereinszugehörigkeit ist nicht generell ein Qualitätsmerkmal. Auch nicht der VDH. Es gibt innerhalb wie außerhalb gute und schlechte Menschen. Wer glaubt, es muss gut sein, weil irgendwo „kontrolliert“ steht, ist leider nicht auf der sicheren Seite. Wer kontrolliert und was kontrolliert er? Es bleibt dem Einzelnen überlassen, zu hinterfragen und das geht eigentlich nur durch einen persönlichen Besuch.
Ich hoffe, ich muss hier nicht erwähnen, dass man keinen Hund kauft wenn es keinen Züchter gibt, der dafür gerade steht? Wo man die Umstände unter denen die Elterntiere leben und die Welpen aufwachsen nicht sieht. Nicht auf dem Markt, nicht in Belgien aus dem Käfig, beim Hundehändler , aus dem Kofferraum oder Tiergeschäft
Die nachfolgend aufgelisteten Kriterien habe ich als Antwort auf meine Frage und nach einer langen Diskussion mit ChatGPT erstellt. Ich kann das aber absolut unterstreichen und habe es an einigen Stellen noch ergänzt.
!. Der Züchter
Wo und wie lebt er mit seinen Hunden?
Gibt es Zwingeranlagen, Hundehäuser oder andere trennende Haltung?
ist Nähe zu den Hunden sichtbar?
ruhiger und vertrauter Umgang sichtbar?
Der Züchter kann jeden einzelnen Hund gut beschreiben, Charakter, Werdegang usw.
Er beantwortet alle Fragen offen und transparent und freut sich auch über kritische Fragen
Warnsgnale:
Hunde wirken unsicher gegenüber dem Züchter
ausweichende und unklar Antworten, leere Worthülsen, BlaBla,,,,,
Hunde sind nicht alle sichtbar sondern werden nur auf Verlangen von irgendwo geholt,
2. Verhalten der Hunde
Neugierig und freundlich, sicher und entspannt
zeigen Bindung zum Züchter
Keine Stressignale, Hecheln, Zittern, Ducken
sie wirken gepflegt (unabhängig von der Frisur )und in normalem Körperzustand.
Sieht es so aus, als würden die Hunde dauerhaft in den Räumen leben in denen sie gezeigt werden?
Warnsignale:
Angst, Aggression oder Apathie
schlechte körperliche Verfassung
nervöses oder panisches Verhalten
gehen nicht freundlich auf die Besucher zu
Hunde in abgesonderten Bereichen

3. Verhalten der Welpen
zeigen Interesse an Menschen
lassen sich kurz halten ohne Panik
wirken verspielt und sozial
reagieren auf neue Reize max. kurz erschrocken aber dann neugierig
Warnsignale:
anhaltende Angst
extreme Scheu
apathisches Verhalten

3. Sozialisation und Umwelt
Welpen nicht abgesondert sondern Wohnbereichsnah oder sogar mittendrin
verschiedene Untergründe vorhanden
alltägliche Geräusche, Staubsauger Haushalt, Radio
Spielmaterial und andere Erkundungsmöglichkeiten
Welpenbereich nicht steril sondern alltagsnah
Warnsignale:
Welpen leben isoliert oder nur in kahlen Räumen
4. Sauberkeit & Hygiene
frisches Wasser verfügbar
Schlaf- und Spielbereiche sauber
kein starker Ammoniak- oder Durchfallgeruch
insgesamt gepflegte Umgebung, so gepflegt wie ein Haushalt mit vielen Hunden eben sein kann. Natürlich keine Parasiten sichtbar, hüpfende Flöhe wären da nur die Spitze eines Eisbergs
Warnsignale:
extreme Gerüche
verschmutzte oder nasse Bereiche
Welpen sind dreckig, verklebte Analbereiche, schlichtweg ungepflegt
6. Unterlagen vor Ort einsehbar
Ahnentafeln der Elterntiere (um zu wissen, dass keine Inzucht betrieben wird)
vollständige Gesundheitsnachweise beim Pudel mindestens Augenuntersuchung, HD, Patella und das Pudelpaket der Gentests
Impf- und Entwurmungsstatus
Kaufvertrag
Warnsignale:
Unterlagen fehlen oder sollen später nachgereicht werden
Züchter reagiert sauer wenn danach gefragt wird
Züchter bietet Hunde nach Wahl mit oder ohne Papiere an, egal wie blumig die Begründung ist
7. Eigener Gesamteindruck
fühle ich mich wohl?
wirkt alles stimmig und liebevoll geführt?
werde ich nicht gedrängt?
werde ich nicht durch eine Anzahlung festgenagelt?
erscheint mir der Züchter ehrlich und verantwortungsvoll?
Jeder wird verstehen, sind ein oder auch zwei dieser Anforderungen nicht erfüllt, so ist das natürlich kein absolutes Ausschlusskriterium, es sollte einem nur zu denken geben, noch genauer hinzuschauen. Manch ein Züchter mag es aus persönlichem Sicherheitsbedürfnis brauchen, eine Anzahlung zu nehmen und der nächste hält vielleicht die Hunde in einem separaten Hundehaus oder Zimmer. Ich finde das nicht gut, aber da kann ja jeder selbst entscheiden auf was er Wert legt. Und man muss natürlich dazu sagen, aus nach allen Kriterien moralisch/ethisch schlechten Zuchten kann es trotzdem gute Hunde geben. Aber erstens gehe ich davon aus, dass man das nicht fördern will und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer.
Der wichtigste Satz:
Wenn etwas im Bauch „Nein“ sagt stimmt auch meistens was nicht!
