Glückspudel 'vom Salzburger Kopf'

Kleinpudel – Black and Tan Pudel – Mittelpudel – Naturpudel-Allergie-Pudel

Spazieren gehen

Auf einem Seminar lernte ich einen Trainer kennen, der behauptete “Spazieren gehen ist nur für die Menschen “. Im Gegenzug vertrat er die Meinung, dass es Hunden völlig reichen würde ihr “Revier”, sprich Haus und Garten täglich zu durchstreifen..

Mal ehrlich ! Das ist doch kompletter Blödsinn!

(die nicht so schönen Fotos bitte ich zu entschuldigen, ich hatte leider nur das Handy mit) Ich behaupte, dass Hunde mindestens genauso viel Spaß an einem abwechslungsreichen Spaziergang (vor allem in fremdem Gelände) haben wie wir !

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Wenn ich, so wie heute, mal wieder auf meinem Lieblingswanderweg rund um das Marienstätter Kloster gehe und meine Hunde mitnehme brauche ich sie doch bloß anzuschaun um zu sehen wieviel Freude sie haben.
Unvorstellbar für uns, die wir Augentiere sind, was allein der Wald für Duftbilder bereit hält. Manchmal sehe ich Jana mit hocherhobener Nase im Wind laufen- es muss ein Genuß sein einfach nur zu schnüffeln. Die anderen tun das am Wegesrand , Nase runter und alles lesen was in den letzten Tagen hier vorbeigekommen ist, Rehe , Hasen, Mäuse Eichhörnchen, andere Hunde, dazu die Kräuter…. eine Duftkomposition.
Und Gizmo- der liest noch ganz andere Sachen- ist wahrscheinlich über den Status einer jeder Hündin in der Umgebung informiert, und hebt voller stolz mindestens alle 10 Meter das Bein so hoch, dass er fast umfällt. Das soll nicht auch für Hunde ein Vergnügen sein? Wer das sagt schaut einfach nicht hin beim Spazierengehen! Oder verlangt von seinem Hund ständiges “bei Fuß laufen”
Laufen wir über eine abgemähte Wiese wird die Nase in jedes Mauseloch versenkt und tief schnobernd der spannende Geruch eingeatmet. Buddeln muss ich leider unterbinden, denn in so entstandenen Löchern können sich Kühe die Beine brechen. Das dürfen sie aber zuhause !
Wenn einer was entdeckt – so wie unten auf dem Bild – sind sofort alle da um mitzuschnüffeln – was immer die Ursache ist.

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Dann kommen wir ans Wasser ! Die Nister hat einen ziemlich niedrigen Wasserstand trotz der Regengüsse in den letzten Tagen. Plantschen und Frösche jagen, nach den Forellen schaun……

und wieder die Nase ins Ufergebüsch – sehen die so aus als hätten sie keinen Spaß ? Ein neues Territorium zu erforschen – Neugier und Erkundungsdrang- Eigenschaften die sicher niemand einem Hund absprechen will.

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Wie man sehen kann, habe ich hier, in einem Gebiet wo ich hinter jeder Kurve auch mit Joggern, Radfahrern und Hunden rechnen muss,(und auch denen, die von hinten kommen) der Einfachheit halber die kurzen Lederleinen am Geschirr gelassen, das stört sie überhaupt nicht und so kann ich sie im Ernstfall schneller festhalten. Sechs Hunde anzuleinen dauert sonst schon seine Zeit. Das ist weniger weil ich Angst habe, die Hunde könnten etwas tun oder weglaufen sondern weil es doch immer noch viele Menschen gibt, die vor so einer Meute einfach Angst haben. Oder auch die, die sich begeistert auf die Schenkel schlagen und die Hunde animieren zu ihnen zu kommen und gar an ihnen hochzuspringen, was wieder der nächste vielleicht absolut schrecklich findet. Wie soll ich den Hunden den Unterschied begreiflich machen? Und da ist es ein Akt der Höflichkeit, die Hunde bei Begegnungen anzuleinen. Das erwarte ich ja von anderen Hundehaltern auch. Ich bin auch nicht so begeistert wenn mir (wie letztens passiert) zwei Berner Sennhunde unkontrolliert entgegengaloppieren von denen ich nicht die geringste Ahnung habe, wie sie so drauf sind. Oder wenn mir die manchmal (!) rücksichtslosen Fahrradfahrer von hinten in die Gruppe brettern, einige haben es weder nötig zu klingeln noch die Geschwindigkeit zu reduzieren.

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Noch eine Regel einer “berühmten” Hundetrainerin finde ich unpraktikabel. Wenn man mit einem Rudel läuft soll man sich also gerade aufrichten und keinesfalls umschaun, sondern nur geradeaus “in Fahrtrichtung”- dann werden die Hunde schon folgen. Soweit so gut- aber die kennt meine Cutie nicht. Die schlägt sich schonmal gern 10 m abseits ins Gebüsch. Für sie ist das kein Problem denn sie verliert uns nicht aus den Sinnen. Ich will das aber nicht, denn Flora und Fauna des Waldes sollen nicht unnötig belastet werden. Meine Hunde sollen auf dem Weg bleiben. Theorie hin oder her- ich behalte meine Hunde doch lieber im Auge auch wenn es führungstechnisch nicht korrekt ist, sich umzuschaun Praxis vor Theorie – so einfach.

Wir haben das Signalwort “ran” – alles läuft nah bei mir, darf mich nicht überholen – das Kommando “mit” heißt, ihr dürft laufen aber wir bleiben zusammen – und das Kommando “lauf” das sie völlig frei gibt. Ich erwäge aber zur Zeit, letzteres völlig abzuschaffen, denn sie haben sich angewöhnt, bei dem Wort wie von der Tarantel gestochen loszurasen, manchmal bis zum Horizont. So sehr ich es ihnen gönne- es ist einfach zu gefährlich, denn auf die Distanz hätte ich im Ernstfall keine Einwirkungsmöglichkeit mehr.

So trotten wir dann gemütlich über den Weg, die Hunde können schnüffeln, ich kann entspannt laufen, alle haben was davon.

Ach ja- jedesmal wenn ich stehen bleibe, bekommt jeder Hund ein Leckerchen. Das Frühstück nehmen wir nur noch auf diese Art ein. Das hat nämlich den ganz tollen Nebeneffekt, dass sie sich alle sofort mir zuwenden wenn ich anhalte und – wie schon erwähnt- wenn ich auf Wegen laufe, wo ich öfter Begegnungen habe, ist das einfach ein entscheidender Vorteil. Ob das nun erziehungstechnisch einwandfrei ist oder nicht- der Zweck rechtfertigt hier bestimmt die Mittel. Ich möchte nicht, dass meine Hunde andere Menschen belästigen , ich möchte stolz darauf sein, mit dem Rudel zu laufen und immer wieder zu hören wie brav sie doch sind-…… und noch stolzer *grins* bin ich, wenn mir dann ein Jägersmann mit seinem wildgewordenen DeutschDrahthaar entgegenkommt, den er kaum bändigen kann und meine laufen an lockerer Leine zu sechst an ihm vorbei…… auch ein bißchen Schadenfreude ist legitim, oder?

(das war nämlich der, der mich vor Jahren mal so angemeckert hat, weil Gizmo durch die Wiese sprang und Schmetterlinge jagte…….)

Zusammengefasst, ich versuche auf einem Spaziergang den wir alle genießen, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. Leider werden unsere Freiräume immer enger und wo viele ihren Spaß und Genuß haben wollen muss man halt aufeinander Rücksicht nehmen. Denn noch immer gilt, dass die Freiheit des einen da aufhört wo die des anderen anfängt. Und so gesehen paßt dieser Bericht doch ganz grob auch in die Kategorie Ausbildung.

 

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