Glückspudel 'vom Salzburger Kopf'

Kleinpudel – Black and Tan Pudel – Mittelpudel – Naturpudel-Allergie-Pudel

Welpenstunden ?

welpen08Befürwortend und generell kann man sagen : “Ja”, der kleine Hund muss die Welt, andere Hunde und Rassen, andere Menschen und Orte dringend kennenlernen und “Ja”, es ist gut wenn ein erfahrener Trainer dafür sorgt, dass rechtzeitg die richtigen Weichen gestellt werden, Fehlentwicklungen aufgedeckt und korrigiert werden können, besonders für unerfahrene und Ersthundehalter.
Aber ……………
Thomas Baumann hat mal auf einem Seminar gesagt , er gehe davon aus, dass wir viele der späteren Probleme in den Welpen- und Junghundestunden, so wie sie heute meist ablaufen, selbst schaffen.
Dem kann ich aus langjähriger Erfahrung und Rückmeldungen meiner Pudelbesitzer nur beipflichten!
Man stelle sich vor, ich wandere aus nach China, stecke dort mein  ein dreijähriges Kind in eine Gruppe gleichaltriger, die von ihren Erwachsenen begleitet werden, also jede Menge fremder Menschen, alle reden, dazu auch noch in einer Sprache von der  das Kind nicht ein Wort versteht und sind laut, manche stürmen gleich auf das Kind los und wollen spielen, bedrängen es, andere weinen und wollen nach Hause. In diesem Durcheinander möchte ich mit dem Kind auch noch Dinge einüben? Ihm etwas beibringen?
Dem Menschenkind gäbe man ganz sicher Zeit, sich zu orientieren, in Ruhe alles anzuschaun und nach und nach mit einzelnen Kindern der Gruppe Kontakt aufzunehmen. Nur beim Welpen heißt es schlimmstenfalls “da muss er durch”

Also -das reine Welpenspiel lehne ich ab. Nur unter Hunden die sich kennen. Also in sehr kleinen Gruppen, damit sie überhaupt einen Chance haben, den anderen kennen zu lernen. Entweder ein erfahrener Trainer, der eingreift wenn gemobbt wird oder noch besser, ein sozialer Althund sollte immer dabei sein. Die Welpen sollten in Alter und Größe einigermaßen zueinander passen.andere05
Einfach ein Knäuel Welpen aufeinander los zu lassen hat nichts mit Sozialisierung zu tun und ob es für den Hund ein Vergnügen ist hängt sehr vom einzelnen Chrakter ab. Was sollen sie lernen? Das ist als würde man zehn Analphabeten in ein Zimmer stecken und ihnen sagen, sie sollen sich gegenseitig Lesen und Schreiben beibringen.
Auch kann das Freispiel zu Beginn einer Stunde Grund dafür sein, dass viele Hunde sich in eine Erwartungshaltung hineinsteigern, die oft schon mit Bellen im Auto beginnt und sie zerren regelrecht zum Eingang weil sie wissen, dass es dort drin sofort “Halligalli” gibt.
Es wäre also wichtig, vor dem Freilauf eine Konzentrationsübung zu machen oder- noch besser, den Freilauf in die Mitte der Stunde zu verlegen. Denn auch am Ende ist er nicht angebracht, nach dem Lernen sollte man ruhen um das gelernte zu verarbeiten und nicht toben um es gleich wieder zu vergessen.

Auch finde ich es nicht so toll, meinen Hund von mir wegzuschicken um sich allein zu amüsieren, denn eigentlich soll doch der Spaß mit mir stattfinden und bei mir soll es spannend und interessant sein. So bleiben denn auch viele Pudel lieber bei Frauchen und eigentlich bin ich dann stolz darauf, einen Hund zu haben, der meine Gesellschaft vorzieht. Aber ich erinnere mich, dass auch schon ein Pudelbesitzer, dessen Hund nicht mitmischen wollte, mit den Worten verunsichert wurde “das sei nicht normal” anstatt sich über einen kleinen Hund zu freuen, der lieber beim seinem Frauchen bleibt als sich ins Getümmel zu stürzen.

warten1Dann kommen zwischendrin Übungen , das berühmte Sitz und Platz. Sicher, es macht Sinn, dem Halter zu erklären wie das geht. Aber ganz wichtig ist hier gar nicht die Übung an sich sondern das Erläutern des Lernverhaltens eines Hundes, wie es ist, dem Hund am Anfang körpersprachlich zu helfen und erst dann “Sitz” zu sagen, wenn er wirklich den Popo unten hat und dass es noch lange dauern wird, bis das reine Hörzeichen gefestigt ist. Da stehen dann manchmal reihenweise Menschen, die ihrem Hund mit drohendem Zeigefinger ein Sitz entgegenbrüllen, und eines ist klar – wirklich etwas lernen kann Mensch und Hund nur in ruhiger Umgebung, hier im olfaktorischen und akustischen Chaos kann nicht wirklich etwas sauberes im Gehirn passieren..

Was mich stört sind oft lange Wartephasen, die sinnvoll genutzt werden könnten, wenn man rechtzeitig etwas über Frustrationstoleranz und lockere Leine lernen und begreifen würde, bei den meisten Menschen sieht das aber so aus, dass sie permanent an ihrem unruhigen Hund zerren, ihn verzweifelt immer wieder mit “Sitz” anmeckern(das er als Wort ja noch gar nicht richtig beherrscht) und so den gesamten Erregungslevel der Gruppe deutlich erhöhen. Es wäre also sehr wichtig, dass vielleicht ein zweiter Trainer bei der Gruppe der Wartenden hilft dschinniwarteund immer wieder darauf hinweist wie wichtig Steadiness ist, während einer Abrufübung oder anderen Dingen die einzeln ausgeführt werden und dass dieser Teil der Ausbildung mindestens genauo wichtig ist, wie der, der da gerade in der Mitte stattfindet.
Und genauso wie die Hunde scheinen auch die Menschen in dieser Atmosphäre etwas überfordert alles was sie gesagt bekommen richtig umzusetzen und zu beachten.

Auch ist zu bemerken, wie sehr manche Hundehalter unter Druck geraten, wenn ihr Hund vielleicht als einziger bellt oder winselt und wenn einem das dann peinlich ist vor den anderen. Keine gute Grundlage für entspannte Ausbildungseinheiten, oder?
Ich kenne natürlich Hundeschule “von innen” und weiß um die Probleme, gerade bei den Welpenstunden kleine Gruppen zu bilden, jede Woche dieselben Leute zusammen zu bringen , oft ist es einfach unplanbar. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht, wie manche Hundeschulen eindrucksvoll beweisen. Vielleicht müßten sie dann wirklich etwas mehr kosten, aber dafür dem kleinen Welpen eine echte Förderung bieten.

Falls in der von mir erreichbaren Hundeschule zu viele der oben genannten Negativbeispiele existieren würde ich in den ersten Wochen zu Hause bleiben, die Bindung zu mir verstärken, täglich eine festgelegte Zeit (maximal 15 Minuten) mit dem Kleinen üben (Heranrufen, das wichtige “Nein” (ein Abbruchsignal) und  an lockerer Leine laufen) erst zuhause , dann im Wald und später vielleicht dort, wo es auch andere Hunde, also Ablenkung gibt, auch mal an der Straße oder in der Stadt, mir ab und an eine Einzelstunde bei einem guten Trainer gönnen um all meine Fragen loszuwerden und Entwicklungen zu besprechen und ansonsten ist es nie zu spät irgendwann mit einem Hund, der eine gute Bindung und Vertrauen zu mir hat in eine Gruppenstunde zu gehen oder mit einer “Sportart” wie Obedience oder ZOS oder was immer in der Nähe angeboten wird, zu beginnen.

Ein gut sozialisierter älterer Hund, der mich gelegentlich auf einem Spaziergang begleitet, bringt dem Welpen mehr Lernerfahrung als jede andere Trainingsart. Spielerisch und vor allem “hündisch”bekommt er Grenzen aufgezeigt, lernt vom Vorbild und auch der Besitzer kann sich mit dem erfahrenen Hundehalter austauschen. Immer eine gute Alternative !

Hundetraining macht Spaß und Freude und bringt soziale Kontakte ! Aber es gibt an keiner Stelle ein “Muß” Nur wenn es mir und dem Hund Spaß macht bringt es uns auch weiter ! Und es ist nie zu spät, an Gruppenstunden oder einer Sportart teilzunehmen und mit seinem Hund etwas zu lernen !

Ich möchte hiermit dafür plädieren dem Hund und sich selber Zeit zu lassen, keinen inneren Druck zu haben, in einer bestimmten Spanne etwas erreichen zu müssen und sich einfach an dem kleinen Lebewesen zu erfreuen !

Ich wünsche einen guten Start in ein langjähriges vertrauensvolles Zusammenleben !

lenny1202

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