Glückspudel 'vom Salzburger Kopf'

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Husten

sechs Pudel und der Husten

gaehnFreitag morgens um fünf begann Socke fürchterlich zu husten. Nur gelegentlich unterbrochen vom Ausspucken eines großen Schleimklumpens ging das stundenlang so weiter. Natürlich hatte ich große Sorgen, auch noch überhaupt keine eigenen Erfahrungen mit Husten. In 40 Jahren Hundehaltung tatsächlich das erste Mal! Als ich jedoch gegen neun Uhr in einer Schleimspur ein fadenähnliches Gebilde entdeckte, das aussah wie ein Wurm, wurde ich doch leicht panisch.

Also holte ich eine Pinzette, packte das „Etwas“ in ein kleines Döschen und fuhr zum Tierarzt. Leider war meiner im wohlverdienten Urlaub also mußte ein anderer her, von dem ich schon viel gehört hatte und ich freute mich, ihn bei der Gelegenheit mal kennen zu lernen.
Ich also mit Hund und Wurm am Untersuchungstisch, halte ihm das hin und sage :“ Ist das ein Wurm ? Und könnte es einen Zusammenhang  mit dem Husten geben ?“
Die Antwort kam schnell : „Lungenwürmer !“ Hier wäre ich normalerweise schon vor Schreck erstarrt, aber nein- ich bin doch nicht blöd- das habe ich längst gegoogelt, die sind nur ein bis zwei Millimeter lang und der hier maß mindestens 5 cm !

Seine Antwort: „Oh, da gibt es so viele Arten, manche sitzen in den Bronchien, manche wieder in der Luftröhre !“
Weg war meine Sicherheit, die Panik und Sorge um meine Socke begann so langsam von unten hoch zu krabbeln – und schneller als ich gucken konnte, kam er mit einer Spritze aus dem Nebenzimmer und während ich fragte was das sei, war die schon in meinem Hund – ein Antibiotikum –
“ wirkt das gegen Würmer?“ meine ironische Frage –
„nein, es könnte ja auch Zwingerhusten sein und der Wurm hat sich nur „verlaufen“ weil er hochgewürgt wurde“. Also müssen wir „vorsichtshalber“ ………………..

Die furchtbare Sorge um Socke und die anderen – oh je- und Dschinni ist tragend-begann jeglichen Widerstand in mir abzubauen. Ich weiß jetzt wie sich viele der Menschen fühlen, die mir schildern, dass die Angst um den Hund soviel stärker war als das kleine Männchen im Gehirn was immer noch sagt: langsam, nichts überstürzen . Ich möchte keinem Tierarzt unterstellen, dass er bewußt mit dieser Angst arbeitet, vielleicht muss er auch so handeln um ja keinen Fehler zu machen, die Verantwortung, etwas nicht zu tun, ist hoch und bringt nebenbei auch nichts ein. Diese Entscheidung muss schon der Patientenbesitzer übernehmen.
Ich bekam noch ein Wurmmittel mit, erklärte ihm zwar, ich hätte eine Großpackung Aniprazol zuahuse, aber er meinte, ich müsse mal ein anderes Mittel nehmen.( Erst zuhause sah ich, dass beide Mittel den gleichen Wirkstoff Fenbendazol beinhalten) hier gibt es nur zwei mögliche Erklärungen: Erstens, er weiß es nicht und zweitens, er möchte gerne eine ganze Schachtel Wurmmittel verkaufen.
Im Laufe des Sonntag nachmittags begannen Jana und Cutie auch zu husten( bei Socke war es schon deutlich besser geworden) und ich fuhr montag morgen mit den beiden wieder in diese Praxis.
Er hörte sie ab und meinte, die Lunge wäre frei, es wäre also doch nur ein Halsinfekt. Als er wieder mit einer Spritze kam protestierte ich sofort:
“ für eine Halsentzündung würden Sie selber doch auch kein Antibiotikum nehmen“ ,
er beschwichtigte und zack- war die Spritze drin
“ ist doch nur ein Aufbaumittel zur Stärkung des Immunsystems“
da steht man nun, kann nur tief durchatmen und sagen: „Siehste, dir passiert das auch“
Nun gut, zum Thema Wurm hatte das Labor noch nichts geschickt. Als ich allerdings nach Hause kam und die aufgetauten Hühnerhälse an meine Hunde verteilte sah ich jede Menge weißlicher Fäden an diesen Hälsen hängen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen – da war mein „Wurm“ und gleich vielfach ! Genauso hat er ausgesehen und es war mir gleich komisch vorgekommen dass er so gar keinen Anfang und kein Ende und keine Struktur hatte – und genauso war es – das Labor teilte mit „es handelt sich um keinen Wurm sondern um ein nervenähnliches Gebilde“.
Hätte der Tierarzt das nicht erkennen können und müssen ? Hätte ich doch bloß mein eigenes Mikroskop rausgeholt und mal geschaut anstatt mich aufzuregen , ich hätte bestimmt erkannt, dass es sich um kein Lebewesen handelt. Warum habe ich nicht darauf bestanden, den Wurm zu untersuchen bevor wir auf Verdacht eine Behandlung einleiten? Ich hätte mir Angst, Sorge, Aufregung und viel Geld erspart, den Hunden die Wurmkur (lakonische Antwort des Tierarztes : Kann ja nicht schaden) und überhaupt. Denn auch über den Husten habe ich was gelernt : Socke bekam ein Antibiotikum, Jana und Cutie bekamen jene ominöse Aufbauspritze, Dschinni, Gizmo und Sandy bekamen gar nichts.

Und es ist wie beim menschlichen Schnupfen- mit Medikament zwei Wochen und ohne vierzehn Tage – alle sechs haben einen Tag und eine Nacht richtig heftig gehustet und Schleim gespuckt (äußerst unangenehm, das zähe Zeug vom Boden zu kriegen) einen weiteren Tag noch gehustet mit nur wenig Schleim und ab dem dritten Tag gab es noch leichtes trockenes Husten und Räusperähnliche Geräusche, die zeigten dass sie noch was im Hals haben, aber dass es deutlich besser wurde. Insgesamt keine Woche und der Spuk war vorbei. Wohlgemerkt bei allen der gleiche Verlauf, nur Gizmo hat noch ein kräftiges Niesen angehängt !
Die ganze Zeit über haben sie gefressen und getrunken, gespielt, waren aufmerksam und munter – also nicht sichtbar krank oder leidend und ich habe mein sonst propagiertes Kriterium „wenn der Hund nicht krank wirkt und sich normal verhält, drei Tage abwarten und erst, wenn es dann nicht besser ist, zum Tierarzt gehen “ selber nicht beachtet. Genau das wäre auch in diesem Fall die stressfreieste Methode gewesen. Hätte den Hunden viel Chemie und mir viel Geld gespart.

Die dicke Rechnung werde ich unter „Lehrgeld“ an die Wand heften !

Zusammengefasst ist Folgendes schlecht gelaufen :

1. Der TA hat ohne mich zu fragen eine Antibiose eingeleitet die ich auch weiterführen muss um keine Resistenzen entstehen zu lassen.

2. Der TA hat das Mitbringsel eindeutig als Wurm identifiziert obwohl er vielleicht erst genauer hätte hinschaun sollen, bevor er Panik verbreitet und ich habe mich von seiner (vorgetäuschten) Sicherheit anstecken lassen obwohl ich vorher Zweifel hatte.

3. Ich bekam ein Wurmmittel verkauft von dem er hätte wissen müssen, dass ich es mit gleichem Wirkstoff nur unter anderem Namen zu Hause habe.

4. Auch die Aufbauspritze wurde ohne vorheriges Fragen in den Hund gejagt, ich hätte ihm schon in den Arm fallen müssen hätte ich das verhindern wollen.

Fazit: Von meiner Tierärztin bin ich sowas nicht gewöhnt. Wir besprechen Vermutungen, Diagnosen und verschiedene Möglichkeiten der Behandlung immer vorher – auch immer in Hinblick darauf, dass bei mir ein ganzes Rudel betroffen ist. Und sie hat auch den Mut zu sagen „das weiß ich nicht“ und wir hätten uns wahrscheinlich gemeinsam ans Mikroskop gesetzt um diesem ominösen Fadenwurm auf den Grund zu gehen.
Ich bin umso glücklicher dass ich sie habe und hoffe , dass sie noch lange weitermacht.
Aber ich habe seit dieser Woche mehr Verständnis für die mir so oft geschilderten Erlebnisse mit Tierärzten !

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