Glückspudel 'vom Salzburger Kopf'

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Ohren, die dritte

Nach dem Hundefriseurbesuch begann mein Hund den Kopf zu schütteln und reagierte drei Tage später zusätzlich schmerzhaft beim Anfassen.

Da mein Haustierarzt Urlaub hatte, fuhr ich in die nah gelegene Kleintierklinik . Nach dem Blick in die Ohren  Diagnose:  Ohrenentzündung auf beiden Seiten, jeweils ein dunkler Brocken (Wundabsonderung, laut Arzt) im Gehörgang sichtbar. Ich bekam eine Salbe  in einer speziellen Aplikatorflasche zur Behandlung. Auf Nachfragen, wie die Handhabung funktioniere, hat der Tierarzt es mir gezeigt und dabei zweimal ungläubig nachgefragt, ob der Hund noch nie Ohrenentzündung hatte und ich das noch nie gemacht habe. Ich solle in 10 Tagen zur Kontrolle wiederkommen. Zuhause habe ich den Beipackzettel gelesen, dort wird eine Dauer von 5 Tagen angegeben. Per Email habe ich nochmals nachgefragt und mir wurde geraten, es eine Woche zu geben, dann sei es  sowieso aufgebraucht.

Nach einer Woche zeigte sich keine Besserung, also wieder zur Tierklinik (diesmal behandelte die Assistenzärztin, da der Chef im Urlaub war). Nach einer Belehrung, dass ich mit so einem Schlappohrhund immer wieder Probleme mit den Ohren haben werde,  schaute auch sie in die Ohren: eine Seite etwas besser, andere weiterhin stark entzündet. Auch weiterhin dunkle Brocken/Wundabsonderung(?) im Gehörgang. Ich wurde nochmal belehrt, dass man den Aplikator tief ins Ohr stecken muss, damit die Salbe auch weit genug kommt (habe ich getan). Die Assistenzärztin gab dem Hund noch zusätzlich eine Cortisonspritze und ich solle die bisherige Salbe weitergeben. Auf meine Nachfrage, ob man die Ohren denn nicht mal reinigen sollte, meinte sie, dass im Ohrreiniger desinfizierende Stoffe drin seien,  die brennen würden und der Hund einen dann nie mehr ans Ohr lassen wird.

Drei Tage später, keine merkliche Besserung. Weiterhin behandelt die Assistenzärztin. Ohren beide stark entzündet. Die Ärztin wirkt etwas verzweifelt, überlegt lange, meint, sie dachte, dass das Cortison helfen würde. Sie zeigte mir  wieder die dunklen Brocken im Gehörgang. Ich hatte mich inzwischen mit meiner Züchterin besprochen und fragte deshalb nach, ob der Dreck nicht irgendwie mal raus müsste. Sie  holte  eine Klemme, schaute nochmal ins Ohr, meinte dann aber, dass das dem Hund jetzt zu weh tun würde . Deshalb schwenkte sie jetzt auf Augentropfen (Ciproflaxinhydrochlorid) als Medikament um, in der Hoffnung, dass die Tropfen tiefer in den Gehörgang dringen und dort wirken können. Sie spritzte dazu noch ein Antibiotikum für 10 Tage und meinte, man müsse auch in Erwägung ziehen ein MRT zu machen um zu sehen, ob das Innenohr beteiligt ist. Schlimmstenfalls müssen man dann chirurgisch den Gehörgang erweitern.

Das alles hat mich natürlich sehr verängstigt und verunsichert und ich war sehr froh über den Kontakt zu unserer Züchterin, die mich beruhigte und mir große Hoffnung machte, dass das eine völlig überzogene Vorgehensweise sei und man natürlich das Ohr erstmal reinigen müsse, damit das Medikament überhaupt bis dahin kommt wo es hin soll.   Diese  Ärztin hatte bei mir eher den Eindruck hinterlassen, dass der Hund nie wieder gesund wird.

Nach drei Tagen Tropfengabe (keine wirkliche Besserung), ist unser Haustierarzt wieder da und ich gehe zu ihm. Ich erzähle ihm die ganze Geschichte, er schmunzelt. Ich zeige ihm die Medikamente, er meint, das erste beinhaltet eine Stoff der taub macht, was er unsinnig für ein Ohrmittel hält (wie wahr) und man solle es nicht länger als 14 Tage nehmen (das hat mir vorher niemand gesagt, ich hatte  es bereits 10 Tage gegeben!).

Er nahm ein Wattestäbchen , holte etwas Schmutz aus dem Gehörgang und roch daran : „riecht nach Medikament“.  Er gab mir ein „Standardmittel“ wie er es nannte und bereits nach drei Tagen zeigte sich eine deutliche Besserung (nicht mehr schmerzhaft und weniger Schütteln). Laut Arzt sah der Gehörgang auch viel besser aus: . Empfehlung Arzt: weitere zwei Tage Medikament geben und danach „Hausmittel“ Wasser- Essig-Spülung (5:1), damit sich wieder eine natürliche Flora einstellt.

Fazit: innerhalb von fünf Tagen Medikamentengabe  ist die Entzündung besser, was vorher knappe zwei Wochen ohne Erfolg behandelt wurde und viele Nerven und Geld gekostet hat. Und uns zudem viele Sorgen bereitet hat und den Hund bzgl. Tierarztbesuch völlig hochgedreht hat…da muss jetzt wieder gegengearbeitet werden .

Viele Grüße an alle Schlappohr-besitzer von Christina (Usha Frauchen)

 

Meine Anmerkung dazu: Die arme Wookie hat völlig überflüssige Kortison – und Antibiotikaspritzen bekommen ohne Rücksicht darauf, was die in der sensiblen Phase eines Junghundes im siebten Monat alles anrichten könnten. Stattdessen hätte als erstes mal der Gehörgang gereinigt gehört, damit das Medikament überhaupt dahin kommt wo es hin muss. Für mich  ganz klar eine „überzogene“ Behandlung, von dem MRT ganz zu schweigen, soweit ich das natürlich nur aus der Ferne beurteilen kann.
Und auch wieder ein Fragezeichen dahinter, ob das radikale Aus“reißen“ der Ohrhaare wirklich in jedem Fall sein muss. Die dabei entstehenden kleinen Wunden sind wunderbare Angriffsflächen für Bakterien und Pilze.

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One thought on “Ohren, die dritte”

  1. Bei meinem mittlerweile fast 7-jährigen Lakota (Kleinpudel) zupfe ich die Ohren schon lange nicht mehr. Einmal wöchentlich reinige ich die Ohrmuscheln mit dem Apfelessig/Wassergemisch (1:10 oder 2:10) und wenn es mir nötig erscheint, gebe ich auch mal etwas davon in den Gehörgang. Wenn die Ohrhaare über die Ohrmuschel hinauswachsen, schneide ich sie vorsichtig bis zur Ohrmuschel ab (klappt wunderbar mit der gebogenen Pfotenschere). Er hat keine Ohrenentzündungen. Die Ohren sind meistens wunderbar sauber. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihn anfangs nicht so sehr mit dem Zupfen gequält, er hat es gehasst. Jetzt lässt er sich das Säubern prima gefallen.

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